Drei Stichworte zum Schaumweingenuss

Alter und Lagerung: Im Gegensatz zu vielen anderen Schaumweinen (zum Beispiel fruchtig-frischer Prosecco, aus Tankgärung hergestellt und meist zum raschen Genuss bestimmt) eignen sich Champagner teilweise gut zur Lagerung. Dies trifft vor allem auf Jahrgangschampagner oder Prestige Cuvées (siehe Glossar unten) zu.

Glaswahl: In heute oft noch dominierenden dünnen und langen “Flutes” kann ein hochwertiger Schaumwein sein Aroma nicht entfalten. Führende Produzenten, wie etwa Krug mit der Kampagne #noflute, empfehlen daher ein spezielles tulpenförmiges Glas oder (einfacher) ein handelsübliches Weissweinglas. Auch ein "Universal-Weinglas" von Anbietern wie Gabriel (Gabriel Glas) oder Zalto (Zalto Universal) eignet sich für Degustationen. Für reife Champagner existieren spezielle Glasreihen wie etwa Jamesse Prestige (Synergie 75) von Lehmann SA.

Temperatur: Hochwertiger Schaumwein kann etwas wärmer (bei 8-10 Grad, bei speziellen Champagnern mit komplexen Aromen bei 10 bis 12 Grad) als einfache Schaumweine (dort wird oft 6-8 Grad empfohlen) genossen werden.


Kleines Champagner-Glossar

à la glace  Moderne Methode des Degorgierens. Die Flasche wird in eine Gefrierlösung getaucht. Beim Öffnen der Flasche wird der Hefepfropfen durch den Überdruck herausgeschleudert.

à la volée  Traditionelle Methode des Degorgierens, die heute selten angewendet wird. Der Hefepfropfen wird ohne Einfrieren und manuell entfernt, was höhere Verluste ergibt. 

Assemblage Das selektive Mischen, kunstvolle Kombinieren resp. Verschneiden von unterschiedlichen Weinen, zum Beispiel aus verschiedenen Jahrgängen, Rebsorten, Weinlagen, usw.

Autolyse  Durch die zweite Gärung bildet sich ein Hefesatz, der den Wein mit seinem Aroma bereichert. Dieses Aroma nennt man den autolytischen Charakter. Siehe Méthode champenoise.    


Biodynamische Methode Ökologischer Weinbau, der auf der Idee von Rudolf Steiner basiert. Sie berücksichtigt auch immaterielle Einflüsse, wie bspw. die Mondphasen.   

Blanc de Blancs  Weisswein aus weissen Rebsorten (hier meist: Chardonnay). Siehe Rebsorten.
Blanc de Noir(s)  Weisswein aus roten Rebsorten (hier: Pinot Noir oder Pinot Meunier).
 Siehe Rebsorten.
Brut Bezeichnung für einen Champagner mit einem Zuckergehalt von maximal 12 Gramm je Liter. Siehe Dosage.

Champagne AOC und Lagen Die drei Abstufungen der Champagne AOC umfassen Grand Cru (100%, 17 Gemeinden), Premier Cru (90 bis 99%, 44 Gemeinden) und danach alle weiteren Lagen der Champagne AOC mit einer tieferen Einstufung. Im Gegensatz zu vielen anderen Weingebieten weltweit umfasst dieses Bewertungssystem der Lagen jeweils ein ganzes Dorf und keine Einzellagen.
Chardonnay Eine der drei dominierenden Rebsorten der Champagne, davon die einzige weisse Traube. Dominiert an der Côte des Blancs. Siehe Rebsorten.

Dosage  Zugabe einer Zuckerlösung. Man unterscheidet zwischen Füll- (zur Einleitung der zweiten Gärung) und Versanddosage (nach dem Degorgieren). Eine Versanddosage zwischen 0-3 g/l wird als brut nature, 3-6 g/l extra brut, 6-12 g/l brut, 12-17 g/l extra dry, 17-32 g/l sec, 32-50 g/l demi-sec und >50 g/l als doux bezeichnet. Vereinfacht wird eine Dosage von 0-12 g/l oft als brut bezeichnet. 

Dosage zéro  Auch pas dosé oder brut nature genannt; der Begriff steht für sehr trockene Champagner, denen keine Versanddosage zugefügt wurde.
Dégorgement  Prozess nach dem Rütteln, bei dem das Depot, das hauptsächlich aus abgestorbenen Hefen besteht, aus der Flasche entfernt wird.

Genossenschaften (CM)  Grosse und kleine Genossenschaften mit eigener Marke. Etikettencode CM (Coopérative-Manipulant). Etwa Nicolas Feuillatte.

Grosse Marken / Häuser (NM)  Das NM (Négociant-Manipulant) auf dem Etikett weist jeweils auf ein grosses Haus hin. Die Trauben sind dabei mehrheitlich zugekauft und dürfen aus der gesamten 
Champagne AOC stammen. Es gibt insgesamt ca. 300 solcher Häuser (maisons), einige davon sind in Besitz von Luxus-Konzernen (bspw. Moët-Chandon als Teil von LVMH), 
andere hingegen sind immer noch in Familienbesitz (etwa Bollinger). 

Gyropaletten  Das Rütteln der Flaschen erfolgt heute kaum noch manuell, sondern durch sogenannte Gyropaletten. Metallpaletten, die computergesteuert bewegt werden.

Jahrgangschampagner Stammen die Grundweine für einen Champagner aus einem einzigen Jahrgang und kommt der Champagner frühestens nach drei Jahren in den Verkauf, dann darf der Jahrgang auf der Etikette vermerkt werden. 


Malolaktische Gärung Auch biologischer Säureabbau; bei diesem optionalem Vorgang wird die aggressive Apfelsäure in die mildere Milchsäure umgewandelt und Kohlensäure freigesetzt. 

Méthode champenoise Champagnermethode, Flaschengärverfahren bei Schaumweinen, wobei die zweite Gärung in der Flasche erfolgt. Ausserhalb der Champagne als Méthode traditionnelle bekannt.

Non-Vintage (NV) Bezeichnet einen Wein ohne Jahrgang (auch sans année genannt). Die meisten Champagner werden so hergestellt. Auf dem Etikett ist kein Jahrgang vermerkt. Siehe Assemblage.  


Pinot Meunier  Die der Anbaufläche nach zweitwichtigste Rebsorte der Champagne. Auch als Schwarzriesling bekannt. 

Pinot Noir  Die der Anbaufläche nach wichtigste Rebsorte der Champagne, eine rote Sorte, die auch als Spät- oder Blauburgunder bekannt ist. 

Prestige Cuvée  Bezeichnung für den Spitzenchampagner eines Produzenten. Er wird aus hervorragenden Jahrgängen und aus besten Weinlagen erzeugt und meist sehr lange auf der Hefe gelagert.

Rebsorten der Champagne  Neben Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay, welche die Champagne dominieren, sind auch Arban(n)e, Petit Meslier, Pinot gris (in der Champagne teils Fromenteau genannt) und Pinot blanc zugelassen.

Remuage  Vorgang des Rüttelns und Drehens der Champagnerflasche, damit sich das Hefedepot am Flaschenhals sammelt. Siehe Gyropaletten. 

Rosé  Champagner mit Rottönungen, entweder erzeugt durch kurze Mazeration roter Trauben oder durch Zugabe von Rotwein zu einem weissen Grundwein.

Tirage  Bezeichnung für den Prozess, bei dem der Wein aus dem Tank oder dem Fass genommen wird und zur zweiten Gärung auf die Flasche gefüllt wird. 


Winzerchampagner (RM)  Meist Familienbetriebe, die Champagner aus eigenen Trauben erzeugen. Stilistisch oft eigenwilliger als die (Basis-)Champagner grosser Handelshäuser. Der Etikettencode lautet RM
 (Récoltant-Manipulant).



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